Dinas Tagebuch

Nicht mal Fliegen ist schöner....

Wie habe ich den Spaß an den Naturwissenschaften verloren...?

Achtung: Trägt den Titel "Längster Beitrag bisher überhaupt"

Diese Frage treibt mich neuerdings aus verschiedenen Gründen, auf die ich jetzt nicht näher eingehe, um. Da die Antwort dagegen theoretisch für Einige interessant sein könnte, möchte ich versuchen, sie öffentlich (und gnadenlos subjektiv) zu erarbeiten.

Der Ist-Zustand

Ich bin Diplom-Psychologin und als solche haben mich Sprüche wie "Wo ist denn deine Couch?" oder "Durchschaust du mich jetzt?" immer schon geärgert. Nicht weil ich sie persönlich genommen habe, sondern weil mich die dahinter liegende Annahme der Psychologie als Pseudowissenschaft und die Reduktion auf Freud'sche Psychoanalyse nervt. Mir war und ist es immer sehr wichtig, an einer naturwissenschaftlich orientierten Universität studiert zu haben, an der das methodisch-empirische Arbeiten gelehrt wird und die überwiegende Zahl der tiefenpsychologischen Ansätze ihren würdigen Platz in der Geschichte einnehmen: Sie waren notwendig, um die Psychologie als Wissenschaft dahin zu bringen, wo sie heute ist, sind aber nach dem heutigen Stand eben jener Wissenschaft weder "richtig" (im Sinne von überprüfbar und erwiesen) noch in ihrem therapeutischen Erfolg (im Sinne von Kosten und Nutzen) von großer Relevanz.

Was hat das jetzt mit der Überschrift zu tun? Eine ganze Menge – und okay, jetzt nenne ich doch ein paar Gründe: Die zunehmende Auseinandersetzung mit skeptischen Themen, die mehr oder weniger regelmäßige Lektüre von scienceblogs und dazu noch die 487. Auflage der öffentlichen Diskussion „Frauenquote – Fachkräftemangel – Nachwuchssorgen in den MINT-Fächern“ führen mich als Betroffene (Frau und kein Interesse an Naturwissensschaft – wirklich?!) genau zu diesem Widerspruch:
Wenn ich Psychologie als Naturwissenschaft sehen möchte, ihren hohen Anspruch an wissenschaftlichen Arbeiten und Empirie betone und bedauere, dass ich mich im Gegensatz zu einem Physiker oder Chemiker aufgrund meines Forschungsgegenstandes "Mensch" immer mit Wahrscheinlichkeiten abfinden muss und selten mit Gewissheiten arbeiten darf - Warum behaupte ich auf der anderen Seite, Chemie und Physik interessiere mich nicht und Mathe fänd ich doof?

Weil ich es nicht verstehe und weil es mir niemand vernünftig erklärt hat.


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Comments:

Guido Dienstag, März 01, 2011 07:16 AM

Nur für mein Verständnis (und zum Testen der Kommentarfunktion im neuen Bannkreis ;-)) - hat der eine gewisse Namensähnlichkeit zu mir (nein nicht der Vorname..)?

Dina Dienstag, März 01, 2011 11:41 AM

Welcome back und wie schön, jetzt auch mit Kommentar :-)
Ja, das tut mir auch immer für einen meiner Mitbewohner leid und vielleicht war das unterschwellig auch ein Grund, warum ich diesen Namen nie haben wollte....
Falls du die Abizeitung noch hast, solltest du MMs Klausur nochmal nachlesen.

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