Dinas Tagebuch

Nicht mal Fliegen ist schöner....

Zurück in die Vergangenheit – Genealogie Teil 1

Vor einiger Zeit habe ich einen Schuhkarton von meiner Tante bekommen. Dieser enthielt einige alte Unterlagen meines Großvaters (8 Jahre vor meiner Geburt verstorben) sowie einen Teil des Ariernachweises meiner Oma, mit der sie 1939 beweisen musste, dass sie katholisch, ihre Vorfahren katholisch, deren Vorfahren katholisch und deren Vorfahren katholisch waren. Kurz gesagt: Katholischer als bei den mir bisher bekannten Vorfahren väterlicherseits geht es nicht.

Aber das wollte ich gar nicht erzählen. Sondern, dass ich mich vor ca. einem dreiviertel Jahr ernsthaft auf die Suche nach meinen Vorfahren gemacht habe, wo sie herkamen, was sie gemacht haben, wo sie hingingen. Im Fachsprech: Genealogie.

Wenn man sich mit diesem Hobby beschäftigt, wühlt man irgendwann in alten Archiven, alten Kirchenbüchern, lernt Kurrent- und Sütterlin-Schrift zu unterscheiden und zu lesen und tut auch sonst ein paar wunderliche Dinge, über die man dann in Verzückung gerät. Das werde ich hier nach und nach erzählen. Für die meisten mag das unattraktiv klingen, mir macht es Spaß (Es ist nerdig…).

Ich habe mit der väterlich-männlichen Linie angefangen, weil das nach wie vor „mein“ Name ist. Die anderen 3 Linien werden dann irgendwann folgen. Wobei das viel schwieriger sein wird, denn mit den vertretenen Namen kann man keinen Seltenheits-Blumentopf gewinnen (Ich sage nur Schmidt, Hoffmann, Busch, Frings…).

Menschig, auch verwandt mit Menschik, Menschick, tschechisch Mensik oder polnisch Menczig und Menszig kommt aus dem slawischen. Gesprochen klingt alles gleich (Das Verhältnis zu Mensching, das logischerweise anders ausgesprochen wird, ist noch unklar. Da es sich jedoch um den häufigsten Verschreiber meines Namens handelt, vermute ich auch da Beziehungen von Namensträgern in der Vergangenheit).

Im Tschechischen bedeutet:

  1. mensi = kleiner; Steigerung von klein
  2. mensina = Minderheit

Der Name ist also entweder ein Eigenschaftsname (wie Klein/ Langer u.ä.) oder bezieht sich darauf, dass meine Familie zu irgendeiner Minderheit gehörte.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Name ursprünglich tschechisch war und von einem deutschen Beamten/ Pfarrer geschrieben wurde, wie er ihn verstanden hat. Mein des Schreibens unkundiger Vorfahre konnte ihn nicht korrigieren und aus Mensik wurde Menschig. So erklärt sich auch, warum das „-g“ am Ende hart und nicht „-ch“ oder „-sch“ ausgesprochen wird.

Für diese Vermutung spricht auch, dass meine Vorfahren aus Schlesien kommen, vermutlich aus der Gegend um Brumovice/ Braunsdorf(f). Dort gab es über die Jahrhunderte immer sowohl deutsch- als auch tschechischsprachige Bewohner. Die meisten Kirchenbücher der vergangenen 400 Jahre sind deutsch beziehungsweise lateinisch mit deutschen Namen, manche wechseln aber zwischendurch ins tschechische.

Mein Urgroßvater, geboren 1865, verließ Schlesien, und über einen Umweg nach Berlin (1895 der Geburtsort meines Großvaters) kamen sie nach Köln und an den Niederrhein. Das also ist die Herkunft meines Familiennamens inklusive meinem Migrationshintergrund.


(Fortsetzung folgt: Teil 2 – Bekanntschaften)
Kommentare:

Lea Samstag 09. Juni 2012, 18:55

Waah, ich stolpere erst jetzt über diese Seite, was für ein Versäumnis
Ich bekenne mich zu den Nerds (das heißt: erzähl weiter!!)
Liebe Grüße von
Lea, die augenblicklich an ihren Schrank marschiert, um ihr Ahnenregister hervorzukramen ...

Dina Sonntag 10. Juni 2012, 14:16

Hey Lea, herzlich willkommen auch in diesem Blog!
Dein Nachname kommt in der Gegend meiner Vorfahren übrigens aus vor :-) und du hast es natürlich gut, dass jemand schon die ganze Arbeit gemacht hat - wobei es ja Spaß macht. Geplant sind mindestens 6 Teile in den nächsten Wochen, das Thema kommt also nicht zu kurz.

Menschik Dienstag 28. Januar 2014, 21:18

Dasntressiert mich auch sehr :-)

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