Dinas Tagebuch

Nicht mal Fliegen ist schöner....

Erste Ergebnisse - Genealogie Teil 3

1. Recherche in den Kirchenbüchern

Zunächst einmal ist es eine mühevolle und je nach Schriftgrad, Schreibbereitschaft und unterstelltem Alkoholpegel des taufenden Pfarrers manchmal aussichtslose Arbeit, die Einträge zu entziffern. Es braucht eine Weile, sich einzulesen, und in der Zeit habe ich manches Mal das Gefühl gehabt, den Kaplanen und Priestern über die Schulter zu blicken. Manche malten, und verschnörkelten die Jahreszahlen kunstvoll, andere klecksten sich eins ab.

Ich erwähnte bereits, dass Rechtschreibung für Pfarrer keine Einstellungsbedingung war. Dies ist eines der schönsten Beispiele: Der Cooperator Joannes Fasoli schafft es, die Namen des Bräutigams, seines Vaters und seines Bruders (des Trauzeugen) auf drei verschiedene Arten zu schreiben:

simonveronicaheirat09.11.1734.jpg

Der zweite Trauzeuge Andreas Ondraczke ist übrigens ein Schwager des Bruderpaares und man schreibt ihn später Andratschke, „verdeutscht“ also auch diesen Namen.

Besonders lustig wird es, wenn die Pfarrer Latein geschrieben – oder das, was sie dafür gehalten haben…Zum Beispiel konnte ein Genitiv des Namens Casparus Caspari, Casparis oder Caspary sein.

Selbst wenn das Latein richtig ist, lässt es den Leser aus heutiger Sicht schmunzeln. Oder denkt jemand bei „Copulati“ oder „Copulirten“ ernsthaft an ein Brautpaar?

2. Andere Quellen

Wie gesagt hilft auch Google mir immer wieder. Hier der Text eines zufälligen „Snippet“ eines Google-Books Ergebnisses:

„Wo wird um 1723 Michael Menschig geboren, heiratet wo?, wann? Wo werden – vor 1777 – seine beiden Söhne Georg und Andreas geboren?“

Es ist eine Suchanzeige im „Archiv für Sippenforschung und verwandte Gebiete“ von 1943

Inzwischen bin ich jedoch mit der Recherche in die Landesbibliothek Düsseldorf ausgewichen. Es ist immer wieder frustrierend, wenn man ein interessantes Buch oder eine Zeitschrift entdeckt, dann aber nicht zur Verfügung hat.

Dieses willkürliche Suchen und Finden im Internet funktioniert nur, weil ich so einen seltenen Nachnamen habe.

Profis ziehen weitere Quellen zu Rate, wie Aufzeichnungen von Grundbesitz, Unterlagen von Gerichten oder Zünften und vieles mehr. Soweit bin ich jedoch noch lange nicht.

(Fortsetzung folgt: Teil 4 - Professionellere Suche)

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